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rbbonline | Landschleicher


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In Groß Neuendorf schmeichelt die Melancholie des Regens und erhöht den charmanten Reiz der Ursprünglichkeit. Den Einheimischen kann die Feuchte nichts anhaben: Wer hier wohnt - am Fluss - ist mit allen Wassern der Natur gewaschen.
Wie eine Puppenstube aus alten Zeiten erscheint Groß Neuendorf: Es ist eine Art Museumsdorf. Hinterm Deich bewahren sie vieles, was andernorts verloren geht durch den rasanten Strom der Zeit. Sie erhalten die Wurzeln ihres Lebens, erinnern an die Traditionen ihrer Arbeit. Die Werkstatt des Schuhmachers haben sie deshalb zum Museum gemacht, weil er hier der letzte seiner Zunft war und niemand ihn vergessen soll.
So leben die meisten hier: Mit Rücksicht auf die Natur. Das, was schon vor ihnen war akzeptieren und schützen sie als Quelle ihres Lebens. Den Verladeturm im alten Hafen kaufte ein Berliner Architekt. Ihn stören die Mehlschwalben, die dort nisten. Er wollte sie vergrämen. Aber das ließen die Groß Neuendorfer nicht zu: Wie die Menschen sind auch die Vögel hier seit Jahrzehnten zu hause.
Ein Beitrag von Frank Stuckatz
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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