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Der Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) setzt sich für die Umsiedlung von unter Fluglärm leidenden Anwohnern im Umfeld des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld ein.
Zum Schutz ihrer Gesundheit hätten die Menschen ein Recht auf den Beginn eines neuen Lebens "in Würde", erklärte der BVBB am Samstag. Nach der Inbetriebnahme des Flughafens will der Verein die Anwohner zu ihrer Umzugsbereitschaft befragen. Bis Ende 2012 soll so ein "Richtwert" ermittelt werden, der aus Sicht des BVBB dann eine politische Entscheidung herausfordere.
Flughafenchef verteidigt Routen
Am Donnerstag waren die offiziellen Flugrouten vorgestellt worden. Trotz massiver Proteste gegen die Routen soll der Hauptstadtflughafen am 3. Juni 2012 eröffnet werden. Mehrere Initiativen und Betroffene kündigten an, gegen die Routenführung, die Überflughöhen und die Frequenz der Überflüge zu klagen.
Nach dem nun seit Monaten anhaltenden Streit um die neuen Flugrouten in Schönefeld verteidigte am Samstag der Chef der Berliner Flughäfen, Rainer Schwarz, die Routen noch einmal. "Wir haben jetzt die Lösung, die am wenigsten Lärm produziert", sagte er der Wirtschaftswoche. Allerdings habe hier auch der Protest vieler Bürgerinitiativen zu einer neuen Findung von Routenvorschlägen beigetragen.
Schönefelder Bürgermeister: Airport nicht nur positiv
Die Gemeinde Schönefeld sieht unterdessen den Start des Großflughafens am 3. Juni nicht nur positiv. Bürgermeister Udo Haase sagte dem rbb am Samstag, die Gemeinde müsse vor allem die Probleme der dann lärmgeplagten Anwohner lösen. Haase rechnet zwar damit, dass sich die Gemeinde Schönfeld durch den Flughafen zu einer Boomregion entwickeln wird. Dennoch müssten die Landesregierung und die Flughafengesellschaft gemeinsam mit der Gemeinde die Probleme und Sorgen der Anwohner ernst nehmen und für Lösungen sorgen.
Streit tobt seit September 2010
Der Streit über die Flugrouten tobt in Berlin und Brandenburg seit September 2010: Damals legte die Deutsche Flugsicherung (DFS) Routenvorschläge vor, die deutlich vom Planfeststellungsbeschluss abwichen. So sollten Regionen im Südosten und Südwesten Berlins Fluglärm ausgesetzt sein, deren Bewohner zuvor nicht damit gerechnet hatten.
Wegen der anhaltenden Bürgerproteste änderte die Flugsicherung ihre Vorschläge im Juli 2011. Nach den neuen Vorschlägen sollten die Maschinen bei Starts von der Nordbahn an Berlin vorbeigeführt werden - der Berliner Süden wurde dadurch entlastet, die Anwohner des Müggelsees allerdings stärker belastet.
Die Eröffnung des neuen Airports in Schönefeld ist für den 3. Juni geplant. Ein halbes Jahr später soll laut Ankündigung der Deutschen Flugsicherung dann geprüft werden, ob die Routen möglicherweise optimiert werden. Auch das Bundesverkehrsministerium hat dazu seine Zusage gegeben.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_01/flugrouten_debatte.html