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Vier Tage nach dem spektakulären Überfall auf das Internationale Pokerturnier in Berlin hat sich die anfängliche Hoffnung auf einen raschen Fahndungserfolg noch nicht erfüllt.
Trotz zahlreicher Spuren am Tatort und rund 50 Zeugenaussagen tappt die Polizei nach wie vor im Dunkeln. Am Mittwochabend wurde in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" über den Fall berichtet.
Um die laufenden Ermittlungen nicht zu erschweren, teilt die Polizei nichts über die Erkenntnisse aus DNA-Spuren, Fingerabdrücken, Videofilmen und Zeugenaussagen mit.
Vier Räuber hatten im Hotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz knapp 242.000 Euro Bargeld aus der Poker-Kasse erbeutet. Ein Wachmann hatte einen Täter zunächst festhalten können, musste ihn aber wieder laufen lassen. Ein Praktikant des Hotels sicherte dabei jedoch einen Großteil des geraubten Geldes.
Möglicherweise Komplize unter den Spielern
Laut Medienberichten gehen die Ermittler davon aus, dass die Räuber einen Komplizen unter den Teilnehmern des Pokerturniers hatten, der das Signal für den Überfall gab.
Einem Augenzeugenbericht zufolge hatten die Täter genau zu dem Zeitpunkt zugeschlagen, als die Einnahmen vom Nebentresor zum Haupttresor gebracht werden sollten. Fünf Minuten früher oder später wäre das Geld dem Augenzeugen zufolge sicher verschlossen gewesen. Während des Überfalls brach unter den Teilnehmern des Turniers laut Polizei Panik aus, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Augenzeugen berichteten von Glassplittern auf dem Weg zu den Spieltischen, Stühle lagen umgekippt auf dem Boden.
Größtes Pokerturnier Deutschlands
In dem Hotel fand das größte Pokerturnier Deutschlands statt. Es ging am Sonntag mit dem Sieg von Kevin MacPhee aus den USA planmäßig zu Ende. Am Dienstag und Mittwoch waren knapp 950 Spieler in zwei Durchgängen in das sechstägige Turnier der European Poker Tour gestartet. Noch in den ersten Turniertagen hatte Ex-Tennisprofi Boris Becker mit am Pokertisch gesessen, war aber ebenso frühzeitig ausgeschieden wie Favoritin Sandra Naujoks.
Das "Grand Hyatt" diente zuletzt den 60. Berliner Filmfestspielen als Anlaufpunkt für Journalisten aus aller Welt. Dort waren Presseschalter der Berlinale untergebracht.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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