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rbbonline | Flughafen BER | Fehlstart und die Folgen

Flughafen BER
Flughafen BER
Flughafen BER, Werbeschild (Bild: dpa)

Flughafen-Bezeichnung

Von BBI zu Willy Brandt: Schönefeld und seine Namen

Jahrelang hieß er BBI, dann Flughafen Berlin Brandenburg. In der Kurzform wird er BER genannt, außerdem trägt er den Beinamen Willy Brandt. Vier Bezeichnungen für ein Projekt.

Welcher Name sich letztlich bei Berlinern, Brandenburgern und Passagieren durchsetzen wird, bleibt anzuwarten. Denkbar wäre auch, dass der künftige Flughafen in der Alltagssprache einfach weiter Schönefeld genannt wird - so wie Tegel, dessen Zusatznamen Otto Lilienthal kaum jemand benutzt.

Vorerst nur "Testschriftzug"

Die vorerst letzte Etappe der Namensgebung wurde Ende des vergangenen Jahres eingeläutet: An die Glasfassade des Terminals wurde der Schriftzug "Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt" angebracht.

Wie Flughafen-Sprecher Leif Erichsen rbb online mitteilte, handelt es sich allerdings nur um einen Testschriftzug, bestehend aus spezieller Fassadenfolie. "Alle Wörter sind unterschiedlich in Schriftart, Farbe und Dicke. Dieser Testschriftzug dient der Entscheidungsfindung für die endgültige Variante."

Die endgültige Variante - sie wird spätestens am 3. Juni feststehen, wenn der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt, kurz BER, vormals BBI, gelegen in Schönefeld, öffnen wird.

BBI jahrelanger Arbeitstitel

Klaus Wowereit am Flughafen (dpa, Sommer 2011)

Klaus Wowereit auf der "BBI"-Baustelle. 

Als 1996 der Beschluss zum Bau des neuen Flughafens gefasst wurde, lautete der Arbeitstitel BBI - Berlin Brandenburg International. Fortan firmierte das Vorhaben unter diesem Kürzel, es gab die BBI-Baustelle, die BBI-Proteste, die BBI-Finanzierung. Acht Jahre später, 2004, brachte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dann erstmals den Namen Willy Brandt für den neuen Großflughafen ins Gespräch. Damals reagierte die Flughafengesellschaft verhalten, zu vieles war noch unklar, man wollte sich statt auf eine Namensdebatte zunächst voll auf die Bauarbeiten konzentrieren.

Erst 2007 wurde der Vorschlag erneuert, diesmal vom Berliner SPD-Landes und Fraktionschef Michael Müller. Und wieder stieß er auf Skepsis - vor allem bei den anderen Parteien. Die CDU favorisierte Marlene Dietrich oder Albert Einstein als Namenspaten, wollte aber vor allem eine Bürgerbefragung über die künftige Flughafen-Bezeichnung. Die FDP war für eine Benennung nach dem früheren Reichskanzler Gustav Stresemann, die Grünen sprachen sich für den Namenspaten von Berlin-Tegel, Otto Lilienthal, aus.

BER statt BBI

Das Kürzel BER ersetzte den Arbeitstitel BBI.  

Knapp ein Jahr vor Öffnung des neuen Hauptstadtflughafens, im Juni 2011, kam der Name BER ins Spiel:  Die Betreiber teilten mit, dass künftig mit diesem  internationalen Kürzel für den Flughafen geworben werde. 

Der Arbeitstitel BBI wurde fallengelassen. Die Bezeichnung BER als offizieller IATA-Flughafencode zur eindeutigen internationalen Kennzeichnung stand schon seit Jahren fest, da der City-Code BBI bereits an einen Flughafen in Indien vergeben war.

Wowereit und Platzeck: "Willy Brandt würdiger Namenspatron"

Am 11. September 2009 legte der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH den neuen Hauptnamen für den künftigen Airport fest: Flughafen Berlin Brandenburg - mit dem Beinamen Willy Brandt. Damit werde "eine herausragende, weltweit geachtete Persönlichkeit" geehrt, begründeten die SPD-Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, die Entscheidung. "Der Friedensnobelpreisträger Willy Brandt hat sich in besonderer Weise um Deutschland verdient gemacht. Mit seinem politischen Lebenswerk als Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundesaußenminister und Bundeskanzler hat er lange Jahre das Bild der Bundesrepublik in der Welt geprägt. Der Name von Willy Brandt genießt international höchstes Ansehen - er ist ein würdiger Namenspatron für das wichtigste Zukunftsprojekt der deutschen Hauptstadtregion."

Weniger euphorisch zeigte sich die Berliner CDU - damals noch in der Opposition. "Wir hatten uns dafür eingesetzt, dass die Berliner per Bürgerbefragung bei der Namenswahl hätten mitentscheiden dürfen", so Berlins CDU-Chef und heutiger Innensenator Frank Henkel. Eine kritische Diskussion über den Namen Willy Brandt aber verbiete sich angesichts der Bedeutung des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters und Kanzlers, hieß es.

Stand vom 21.02.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 21.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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