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Seit mehr als 100 Jahren präsentiert die Luftfahrtschau ILA aktuelle Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt. Mit einigen Unterbrechungen fand die Ausstellung immer wieder in Berlin statt, mit wachsender Bedeutung für die Region. Veranstalter sind inzwischen die Messe Berlin und der BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie).
Der Ausbau des Flughafens in Schönefeld vertreibt die ILA nun von ihrem angestammten Platz, sie zieht nach Selchow um.
Faszination Luftfahrt
Vom Fesselballon bis zur Mond-Kapsel, der Zeppelin und die Großraumjets: Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA ist die älteste Schau dieser Art.
Zur ersten Ausstellung 1909 kamen immerhin schon 1,5 Millionen Menschen- damals noch in Frankfurt/Main. Im Blickpunkt des Interesses: die gewaltigen Luftschiffe.
1912 kam Berlin erstmals in Spiel. Alle bekannten Flugzeugwerke beteiligten sich an der Allgemeinen Luftfahrzeugausstellung (ALA) in der großen Ausstellungshalle am Zoo. Die Besucher konnten zu dieser Zeit 25 Flugapparate und sieben Luftschiffe bestaunen.
Schwieriger Neuanfang
Erster Weltkrieg und die Wirtschaftskrise sorgten dafür, dass 16 Jahre lang keine Luftfahrtschau in Deutschland stattfand. Erst 1928 traf sich die Branche wieder, dieses Mal unter dem Berliner Funkturm. In den drei Messehallen waren dann schon 150 Flugzeuge zu sehen.
1932 findet die ILA für lange Zeit zum letzten Mal in Berlin statt, fast zwei Jahrzehnte Pause waren die Folge von Nazi- Herrschaft und Zweitem Weltkrieg.
Bescheidener Neuanfang für die ILA 1957: Auf der "Internationalen Reiseflugzeugschau" als Teil der Industriemesse Hannover sind gerade einmal 24 Flugzeuge zu sehen.
Unter den Ausstellungsstücken zum Thema Raumfahrt erregt 1966 vor allem die Apollo-Kapsel der Nasa Interesse bei den Besuchern. Technik für den Mond ist das große Thema für die Besucher.
Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg kommt 1970 die Sowjetunion mit Fluggeräten zur ILA: Die Russen präsentieren in Hannover unter anderem den Kamov KA-26, einen leichten Mehrzweckhubschrauber mit zwei gegenläufigen Dreiblattrotoren.
Star der Schau des Jahres 1972 wird das Überschall-Passagierflugzeug des russischen Konstrukteurs Tupolew. Sie gilt als russische Antwort auf die britisch-französische Concorde.
Zurück nach Berlin und Brandenburg
Nach 64 Jahren kehrt die ILA zurück an die Spree und die Region Berlin Brandenburg: Seit 1992 findet sie alle zwei Jahre auf dem Flughafen Schönefeld statt. Der Airbus-A380 - das größte Verkehrsflugzeug der Welt - dreht erstmals im Jahr 2006 seine Runden über Berlin.
2012 soll die Ausstellung ins brandenburgische Selchow umziehen, da auf dem Gelände des künftigen Flughafens Berlin-Brandenburg kein Platz mehr sein wird.
Das neue Ausstellungsgelände liegt zwar unweit des Schönefelder Flughafens, ob die ILA sich hier etabliert ist noch unklar. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass sie nach Sachsen umzieht.
Bedeutende Fachmesse für die Branche
Vor allem für Russland hat sich die ILA zum größten Luftfahrt- und Raumfahrt-Handelsplatz außerhalb der eigenen Landesgrenzen entwickelt.
Aus Europa ist regelmäßig alles vertreten, was Rang und Namen hat, allen voran der EADS-Konzern mit seiner Airbus-Familie vom Riesen A 340-600 bis zum kleinsten Bruder A 318 – beide auch in der Luft zu erleben.
Der US-Flugzeug-Konzern Boeing hat die ILA bis 2010 aus –wie es hieß- Kostengründen nicht besucht und stattdessen auf die anderen beiden großen Messen in Europa, Le Bourget und Farnboro, gesetzt. Dies hat sich 2010 geändert, auch in diesem Jahr ist Boeing wieder dabei. Die Fans hoffen, dass die Boeing 787 Dreamliner gezeigt wird.
ILA 2012
Natürlich gehören auch Flugshows zum Programm, genau wie Rundflüge und Bühnenprogramme mit Musik und Unterhaltung.
Die nächste ILA findet - drei Monate später als gewöhnlich-vom 11.-16. September 2012 auf dem Berlin Expo Center Airport in Selchow statt. Partnerland ist Polen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/themen/flughafen-ber/flughafen_ber/wirtschaftsfaktor/die_ila.html